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Archive • 28/02/18

Neue Diskussionen um Team-Coaches in Call of Duty entbrannt

Mehrere bekannte Größen aus dem Call of Duty eSport haben auf Twitter über die aktuellen Regelungen zu Team-Coaches diskutiert - und wie man diese wieder zurück bringen könnte. Die Debatte auf Twitter wurde von Brian "Saint" Baroska, einem ehemaligen CoD und Gears of War Competitive-Spieler angestoßen. Saint hat den Controller Mitte Februar an den Nagel gehängt. In seinem Tweet macht er deutlich, dass er eine Änderung der Coaching-Regelungen in Call of Duty begrüßen würde. Team-Coaches waren einst im Call of Duty eSport ein fester Bestandteil. Sie lenkten die Spieler in Taktik und Strategie. Bilder  sowie Videos von emotionalen Ausbrüchen und Ansprachen auf der Bühne sind vielen noch präsent. Doch Major League Gaming (MLG) entschied, Coaches aus diesem Bild zu entfernen. Grund hierfür soll zum einen ein zu volles Bühnenbild sein, welches die Arena überladen ausschauen lasse. Hinzu komme, dass dadurch Sponsoren verdeckt würden. Matt "Mr X" Morello, ehemaliger Coach des erfolgreichen compLexity Teams während Black Ops 2, sprang in die Bresche und nahm scherzeshalber die Schuld für das Verbot auf sich. Auch er erlangte unter anderem durch seine emotionale Ader große Bekanntheit. Ian "Crimsix" Porter, aktueller Weltmeister unter OpTic Gaming, sprach gleich für sein ganzes Team: Für ihn gehören Coaches ebenfalls zurück auf die Bühne, hinter die Spieler, da wo ihr eigentlicher Platz ist. Der bekannte Host und Caster Alan "Brice" Brice unterstützt die Idee ebenfalls. Doch es gab auch Gegenstimmen: Anthony ‘Methodz’ Zinni übernahm die Rolle der Opposition.   DexertoDE hat zu diesem Thema Daniel "ShoX" Berger befragt. Aktuell Manager für das Team Prismatic, hat er selbst über lange Jahre Coaching für deutsche Call of Duty Teams betrieben. Darunter beispielsweise SK Gaming.
"Coaches im eSport sind meiner Meinung nach sehr wichtig und die Wirkung eines guten Coaches wird leider viel zu sehr unterschätzt. Ich selbst habe schon sehr oft Dinge wie „Coaches sind unnötig“ gelesen. Der eSport ist noch relativ jung, die Szene wächst und es kommen viele neue Spieler hinzu. Vor allem junge Spieler, unerfahrene Spieler und junge Menschen die sich noch in einer gewissen Entwicklung befinden. Ein erfahrener Coach kann Spielern helfen in gewissen Dingen das richtige Verhalten zu zeigen und die eSport Karriere in die richtige Richtung zu lenken. Er kann als neutrale Person helfen Meinungsverschiedenheiten zu klären und innerhalb des Teams eine gute Teamchemie zu schaffen. Aber auch In-Game hat ein Coach wesentlich mehr Überblick als Spieler es in dem Spielverlauf haben, da die Spieler sich auf viele andere Dinge gleichzeitig konzentrieren müssen. Vor allem bei Call of Duty, wo jährlich ein neues Game erscheint und man im eSport 3 verschiedene Modi spielen muss. Genau hier kann ein Coach helfen sich zu verbessern. Ich spreche hier von Fehleranalyse, Positioning, Taktiken, Teamsynergie und Gegneranalyse. Jedoch muss ich an der Stelle nach jahrelanger Arbeit als Coach auch dazu sagen, das es nur Sinn macht wenn man das ganze Fulltime machen kann. Man verbringt als Coach teilweise noch mehr Zeit vor der Konsole/PC wie die Spieler selbst. Man ist mit bei den Trainings/Matches, schaut sich danach ggf. nochmal die VODs an und analysiert gegnerische Teams und Spielzüge. Ich selbst konnte diese Erfahrung in meiner Zeit bei SK Gaming machen, wo ich auch selbst den Eindruck hatte dem Team in gewissen Bereichen helfen zu können. Alles in allem führt meiner Meinung nach im professionellen eSport kein Weg an Coaches vorbei. Im CoD esport würde es an sich natürlich auch Sinn machen Coaches zu erlauben, jedoch müssen erst viele andere Strukturprobleme behoben werden. Wenn man gewisse professionelle Strukturen im CoD esport hat, kann man sich Gedanken über das Thema machen, jedoch hat Acitivision/MLG momentan ganz andere Baustellen um die sie sich zuerst kümmern sollten."
Baustellen wie zum Beispiel das Ligasystem sowie die Vermarktung, um die aktuell ebenfalls hitzig gestritten wird. Es bleibt abzuwarten, ob MLG und Call of Duty World League sich in irgendeiner Art und Weise äußern bzw. für Änderungen bereit sind. Fest steht schon jetzt, dass bei einer erfolgreichen Umschreibung der Regelungen, kommende Turniere ein völlig anderes Bild bieten würden.